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Ägyptisches Museum Leipzig: Kustos Dietrich Raue setzt sich für Steindorff-Sammlung ein
NewsDazu muss man wissen, dass der Rechtsstreit um die Rückführung der Steindorffschen Sammlung des Ägyptischen Museums darüber entstanden ist, weil das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen 2009 auf einen Restitutionsantrag der Jewish Claim Conference (JCC) hin durch Bescheid entschieden hat, dass die Objekte der ehemaligen Sammlung-Steindorff zurück zu übertragen sind. Also steht die Rückforderung im Zusammenhang mit der in der NS- Zeit stehenden "offenen Vermögensfragen". Daher kann man nur vermuten, dass sich die Universität Leipzig in der NS-Zeit die Steindorff-Sammlung widerrechtlich aneignete und diese nun wieder in den Besitz der Erben des Leipziger Ägyptologen gehören.
Über das laufende Verfahren, das einen Entscheidungstermin vom 7. April zum 26. Mai 2011 am Berliner Verwaltungsgericht vertagte, konnte der Kustos nicht berichten, aber er betonte, dass falls die zurückgeforderten 163 Exponate der im 2. Weltkrieg durch Bomben- und Brandschäden verbliebenen Steindorff-Sammlung aus der Hand des Ägyptischen Museums Leipzig entrissen würden, eine riesige Lücke für Forschung und Lehre entstünde. Ursprünglich waren es 365 Objekte.
"Prof. Dr. Georg Steindorff war ein bedeutender deutscher Ägyptologe, der zur ersten Klasse der Archäologen des deutschen Kaiserreiches angehörte", erzählt Raue an diesem Donnerstag über den ehemaligen Inhaber des Ägyptologischen Lehrstuhls an der Universität Leipzig ab 1904, der zwischen 1903 und 1931 eigenverantwortlich und im Auftrag der Universität Leipzig Grabungen in Ägypten unternahm. Ihm waren andere Ziele wichtig als vielen seiner damaligen Kollegen. Steindorff war kein Schatzgräber, sorgte sich um den kulturellen Zusammenhang der von ihm gefunden Fundstücke aus dem ägyptischen Sand und stellte Feldforschungen an. Das ging laut Raue weit über dem hinaus, was damals unter Archäologie verstanden wurde. "Archäologie darf nicht im Elfenbeinturm vor sich hin existieren", zitiert der engagierte Kustos den 1930 emeritierten und 1939 nach Kalifornien ausgewanderten Georg Steindorff.
Die Forschung an Originalen stand im Fokus des 1861 geborenen Steindorff, der 89-jährig 1951 und im Wissen, dass seine Sammlung in Leipzig sicher aufgehoben war, verstarb. Rauers Ausführungen nach, hat sich Steindorff früh dafür eingesetzt, dass seine auch durch Käufe erweiterte Sammlung an der Universität verbleibt, integrierte von Anfang an die meisten seiner Objekte in die öffentliche Sammlung des Ägyptischen Museums in Leipzig. "Es gibt keinen Lehrstuhl in Deutschland, der das so konsequent betrieben hat." Laut Rauer wollte Steindorff, dass die Leipziger Archäologie-Studenten die Objekte in die Hand bekommen und nicht aus Katalogabbildungen kennenlernen.
Die Steindorff-Sammlung ist laut Rauer eine der wenigen in Deutschland, die vom 4. Jahrtausend vor Christus bis in die mittelalterliche-islmaische Zeit im 12. Jahrhundert reicht und so einen großen Kontext herstellt, wie ägyptische Kunst blühte und in den folgenden Jahrtausenden verändert oder fortgeführt wurde. "Wir haben hier 5.000 Jahre ägyptischer Geschichte in diesem Haus versammelt."
Um die Zeit, wie und wann die Steindorff'sche Sammlung in die einst 10.000 Exemplare umfassende und nun auf 7.000 Stücke durch Weltkrieg gestutzte Sammlung des Ägyptischen Museums integriert wurde, dreht sich das laufende Verfahren. Auch ein Briefwechsel des Ärchäologen mit seinem Nachfolger auf seinen Lehrstuhl Prof. Walther Wolf ist dabei bedeutsam. In einem Schreiben vom 05.08.1936 bot Steindorff seine "Sammlung ägyptischer Altertümer, die zum Teil im ägyptischen Museum der Universität als Leihgabe ausgestellt sind, zum Teil sich in meiner Wohnung befinden, dem ägyptischen Museum zum Kauf an".
Hintergrund der ganzen Geschichte - Steindorff war jüdischer Herkunft, 1934 kam dann das Verbot jeder weiteren Vorlesungstätigkeiten. Wer ihm das verbot, teilte Raue nicht mit, Rektorat oder das Ministerium für Kultur in Dresden oder gab es Weisungen höherer Art? Jedenfalls bezifferte Steindorff laut Kustos den von ihm gewünschten Kaufpreis mit dem von ihm ursprünglich verauslagten Ankaufspreis von 8.000,00 Reichsmark (RM), wobei er selbst von einem aktuellen Verkehrswert in Höhe von 10.260,00 RM ausging. "Wir wissen, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie Steindorff zu diesem Zeitpunkt verschlechtert hatte", so Rauer zum Hintergrund des geplanten Verkaufs. Er soll sogar seine Sammlung dem Kestner Museum in Hannover angeboten haben. Das sächsische Ministerium soll am 04.03.1937 Prof. Steindorff dann die Nachricht gegeben haben, dass der Ankauf seiner Sammlung vom Ministerium zum vorgeschlagenen Kaufpreis von 8.000,00 RM in mehreren Raten genehmigt worden war. "Wir wissen auch, dass dieser Kauf nichts mit der Nazi-Zeit zu tun hat", so Rauer zum Umstand des Kaufes, der auch durch den Briefwechsel voll dokumentiert sein soll.
"Ursprünglich wollte ich euch die Sachen schenken, aber es sieht bei uns finanziell nicht gut aus, wir bieten euch die Sammlung jetzt an und möchten gerne 8.000 Reichsmark dafür", zitiert Rauer aus dem Brief Steindorffs an Prof. Walther Wolf. Selbst in seiner kalifornischen Zeit nach dem 2. Weltkrieg stand Steindorff in Kontakt mit der Leipziger Universität, war sichtlich froh, dass ein Teil seiner Sammlung den Krieg überstanden hat. "Wir wissen aus der Korrespondenz des ersten Ordinarius nach den Zweiten Weltkrieg Prof. Siegfried Morenz, dass er den Kontakt zu Steindorff gesucht hat. Es gibt einen sehr dichten Briefwechsel zwischen Steindorff und Morenz." So äußerte sich Prof. Steindorff in mehreren an die Universität Leipzig gerichteten Briefen zufrieden über die Wiederaufstellung der nach dem Krieg noch erhaltenen Teile der Sammlung in der Universität Leipzig. Dies entsprach seinem Wunsch, die Sammlung in der Universität Leipzig zu zeigen, so Raue weiter. "1951 war eine komplette Wiederaufstellung der Objekte wieder möglich." Raue weiß auch,dass Steindorff in den Briefen sich überglücklich geäußert hat, dass die Studenten direkt an den Objekten wieder studieren können. Von Rückforderung also keine Spur. "Steindorff hat zutiefst an Leipzig gehangen, trotz des Unrechts zwischen 1933 und 1945...", so der Kustos der Ägyptischen Sammlung in Leipzig, selbst durch seine Witwe wurde das posthum 1951 noch mitgeteilt. "Sicher hätte Steindorff gewollt, dass seine Sammlung hier verbleibt."
"War die Überlassung der Sammlung an die Universität unter Zwang geschehen?", fragt das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen laut Rauer, oder sind die Dinge komplizierter und gar nicht in diesem Zusammenhang an die Universität gelangt? "Wir werden versuchen zu belegen, dass die Exponate nicht durch NS-Unrecht an die Universität Leipzig gekommen ist und sind froh, dass das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen uns die Zeit gibt dazu", gibt Rauer Auskunft zum nun kommenden Verfahren am 26. Mai am Verwaltungsgericht Berlin.
Dann werden auch die Briefe Steindorffs wohl eine wichtige Rolle spielen. Eine Entscheidung über den Verbleib dieser altägyptischen Objekte, die aus der einstigen Privatsammlung des Ägyptologen, Professor Georg Steindorffs (1861-1951) stammen, fällt erst zu diesem Zeitpunkt. Solange hofft Rauer, dass die Darlegung der Universität Leipzig anerkannt wird. Er scheint sich hierbei ziemlich sicher, sonst hätte die Alma Mater Lipsiensis nicht gegen den Bescheid des Bundesamtes geklagt. gefunden auf: www.l-iz.de

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06. November 2015 19:09:27
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28. Oktober 2015 20:31:24
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22. Juni 2015 17:45:11
hab ich da was mal wieder verpasst Angry Angry wo bleibt meine Mucke heullllllllllllll.
warn ne geile Zeit muss ich schon sagen

21. Juni 2015 13:06:08
Wird schon weiter gehen Grin aber erst einmal Kraft schöpfen für neue Aufgaben Wink

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