Bildung in Schulen und Hochschulen sichern
Geschrieben von Cherry am 03. Februar 2015 09:20:20
Mit der gestrigen Unterzeichnung der Zielvereinbarungen durch Minister Möllring und die Rektoren fand das jahrelange Ringen um die Ausrichtung und Ausstattung der Hochschulen Sachsen-Anhalts ein vorläufiges Ende. Nach Auffassung der GEW ignoriert die Landesregierung durch den Rückzug aus der Grundfinanzierung sowie die Fixierung auf Profilbildung die zukünftigen Interessen und absehbaren Bedarfe des Landes.
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Dazu erklärte der GEW-Landesvorsitzende Thomas Lippmann am Freitag: „Schon die wiederholten Absenkungen der Budgets waren ein falsches Signal an alle, die an den Hochschulen lehren und lernen. Mit der Hochschulstrukturplanung und den unterzeichneten Zielvereinbarungen wird diese fatale Politik fortgeführt.“ Das Einplanen von Fremdleistungen wie Drittmitteln, Ko-Finanzierung oder der BAföG-Kompensation würde den Hochschulen keine Sicherheit geben sowie enorme finanzielle und personelle Ressourcen binden. Diese zusätzlichen Mittel dürften nicht als Ersatz für die Grundfinanzierung missbraucht werden.

Eine stärkere und koordinierte Profilbildung kann dazu beitragen, mehr Menschen in die Region zu bringen und hier zu binden. „Werden in diesem Zuge aber alle anderen Bereiche zu Schwächen erklärt, die sich das Land nicht mehr leisten will, dann treibt man junge Menschen und Studieninteressierte in Scharen aus dem Land.“ Dies sei Ausdruck einer kurzfristigen, nur an fiskalischen Geschichtspunkten orientierten Sozial- und Bildungspolitik, da schon heute der Mangel in vielen sozialen Berufen und bei den Lehrkräften eklatant sei, führte Lippmann weiter aus.

Gerade in der Lehrerbildung hätte die Regierung die Zeichen der Zeit nicht verstanden. „Nicht erst seit unserem Sorgentelefon wissen wir, dass Sachsen-Anhalt perspektivisch die Ausbildungskapazitäten in der Lehramtsausbildung nach oben fahren muss.“ Leider zeichneten die Zielvereinbarungen ein gegenteiliges Bild, indem etwa an der Magdeburger Universität die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Sozialkunde und Englisch nicht mehr angeboten werden sollen. Gleichzeitig wird die Universität Halle dazu aufgefordert, ihren künftigen Studierenden die Fächer Deutsch und Englisch zu empfehlen. Hier würden ohne Not Strukturen kaputtgespart, die wir in sehr absehbarer Zeit dringend brauchen würden. „Wir werden die weitere Entwicklung daher kritisch begleiten und bieten uns ausdrücklich als Gesprächspartner für alle Beteiligten an“, schloss Lippmann.